Autonomes Fahren mit selbstfahrenden Autos wird kommen. Noch nicht 2018, auch nicht 2020 überall, aber die Dynamik hin zum autonomen Auto ist nicht mehr zu stoppen. Bereits in den 50er Jahren träumte man davon, sich einfach ins Auto setzen zu und ans Ziel bringen zu lassen. Ohne Kartenstudium, ohne stete Konzentration auf den Straßenverkehr. Damals war es eine Vision.

 

Und heute? Pioniere, wie Tesla, Google, BMW, Toyota und Volkswagen arbeiten mit Hochdruck daran. Und so ist das autonome Fahren ein realistisches Ziel. Im Februar kündigte die Google-Tochter Waymo an, autonom fahrende Taxis auf die Straße schicken, unter anderem in Arizona. Firmen wie Tesla und speziell Google aus dem Silicon Valley treiben diese Technik mit Hochdruck voran. Eine Reise, bei der auch Investoren mit von der Partie sein können.

Autonomes Fahren – die Definition

Unter autonomem Fahren, auch automatisches Fahren, automatisiertes Fahren oder pilotiertes Fahren genannt, ist die Fortbewegung von Fahrzeugen zu verstehen, die sich weitgehend autonom und autark verhalten. Der Mensch überlässt es einer Software, die mit Kameras ausgestattet ist, sein Fahrzeug zu steuern und ans Ziel zu bringen.

„Ob wir es mögen oder nicht – langsam, aber sicher übernehmen die Roboter den Job des Autofahrers“, hieß es bereits 1958 in der Zeitschrift Popular Science, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Damals ging es um Tempomaten und ähnliche Assistenzsysteme. Heute ist die Technik deutlich weiter. 2005 zum Beispiel durchquerte ein Geländewagen von Volkswagen (VW) die amerikanische Mojave-Wüste. Ohne Fahrer. Automatisches Einparken gehört inzwischen für etliche Fahrzeuge zum Standard. Und das dürfte erst der Beginn einer weitreichenden Entwicklung markieren, an deren Ende das autonome Fahren steht. Das bringt einige Vorteile mit sich.

Offenkundigster Profiteur ist der Fahrer: Er kann sich zurücklehnen und hat Zeit für anderes. Sich auf einen Geschäftstermin vorbereiten etwa oder einfach Entspannen. Quasi einsteigen, abfahren, abschalten. Aber auch der Verkehrsfluss verbessert sich. Weil Computer schneller reagieren als Menschen, können Unfälle und damit Staus vermieden werden. Und das wiederum könnte die Kosten des Transports reduzieren.

Autonomes Fahren – eine Herkules-Aufgabe

Dies ist eine technologische Herkules-Aufgabe, denn das Auto muss dann erledigen, was bislang der Fahrer leistete: Mit den Witterungseinflüssen zurechtkommen, mit dem Zustand der Straßen, den Verkehr und das Umfeld im Auge behalten. Vor allem die anderen Autos und deren Verhalten: Bremsen, Beschleunigen, Abbiegen und dazu Regelverstöße einkalkulieren. Das alles soll der Computer übernehmen?

Dazu ist eine erhebliche Rechenleistung erforderlich. Volvo beispielsweise will bei einem Flottenversuch in diesem Jahr eine Computer-Plattform einsetzen, so rechenstark wie 150 Apple MacBook Pro. Und BMW plant allein 2017 die Einstellung von 500 IT-Experten, die auf künstliche Intelligenz spezialisiert sind. Das dürfte deutlich machen, dass längst nicht nur die klassischen Hersteller zu den Nutznießern der (Autonomes Fahren) Technik gehören werden. Auch Tech-Giganten aus dem Silicon Valley arbeiten am fahrerlosen Auto. Google zum Beispiel kooperiert dazu mit Fiat Chrysler, Toyota bald möglicherweise mit Honda. Aber auch die Halbleiterindustrie dürfte von einer steigenden Chip-Nachfrage profitieren. Zwischen 2017 und 2025, so zeigen Hochrechnungen, soll allein dieser Sektor jährlich um 60 Prozent zulegen.

Zwei Hindernisse voraus

Auch die Kunden scheinen mitzuziehen. Eine Studie belegt, dass von 2000 befragten Amerikanern mehr als drei Viertel immerhin darüber nachdenken würden, so ein selbstfahrendes Auto zu kaufen. Einen „Game-Changer“ nennt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) daher die autonomen Fahrzeuge in einem Positionspapier aus dem Jahr 2015. Denn sie verwischen die klassischen Grenzen zwischen den Verkehrssystemen. Immerhin kann das selbstfahrende Fahrzeug alles sein: Taxi, Bus oder auch Privatfahrzeug.

Noch allerdings liegen vor allem zwei Hindernisse auf dem Weg zur fahrerlosen Zukunft des Straßenverkehrs. Zum einen ist es der Preis. Denn beispielsweise sind die entsprechenden Sensoren derzeit noch teuer. Deshalb dürfte die neue Technologie von oben nach unten eingeführt werden, mutmaßen Branchenexperten, vom Luxuswagen hin zum Lastesel. Zum anderen gibt es aber auch zahlreiche politische Vorgaben. Immerhin sind selbstfahrende Autos im Straßenverkehr noch längst nicht überall erlaubt. Genau diese Gemengelage macht entsprechende Werte zum Zeitgeist-Investment. Denn die technologische und soziale Entwicklung dürfte dafür sorgen, dass selbstfahrende Autos eine Selbstverständlichkeit sind. Früher oder später. Gut für Investoren, die das Thema frühzeitig aufgreifen. Die klassischen Autohersteller sind dabei weniger die Profiteure, sondern jene Unternehmen, die zum Beispiel die Halbleitertechnologie bereitstellen.

Die autonomen Fahrzeuge kommen – doch wer kommt mit? Aus Investorensicht nicht zwingend die Autohersteller, sondern vor allem Unternehmen, die wichtiges Zubehör für diese neue Art der Fortbewegung liefern.

Robert Ruthmann
Robert Ruttmann

Ich sehe vier wichtige Treiber für diesen Zeitgeist: die sogenannte geteilte Mobilität, das autonome Fahren selbst, Elektroautos und die Vernetzung des Automobils. Diese vier Themen sind untrennbar miteinander verbunden und haben das Potential, sich gegenseitig zu verstärken und zu beschleunigen.

Valerie Plagnol
Valérie Plagnol

Das autonome Fahren wird Teil einer Revolution bei öffentlichen Investitionen sein. Die ersten Einsätze selbstfahrender Autos könnten öffentliche Verkehrsmittel in den Innenstädten sein, oder auch Müllfahrzeuge, die ganz ohne Fahrer den Müll aus den Vororten abholen.

Zeitgeist Zusammensetzung

Veröffentlicht am 23.03.2017

Beschreibung Instrument ISIN TER Allokation
Autoliv Inc Aktie US0528001094 0% 10,00%
Aptiv plc Aktie JE00B783TY65 0% 9,00%
Sensata Technologies Holding N.V. Aktie GB00BFMBMT84 0% 9,00%
TE Connectivity Ltd Aktie CH0102993182 0% 9,00%
TomTom International BV Aktie NL0000387058 0% 9,00%
CONTINENTAL AG Aktie DE0005439004 0% 8,00%
Luxoft Holding Inc Aktie VGG572791041 0% 7,00%
Stoneridge Inc Aktie US86183P1021 0% 7,00%
Analog Devices Inc Aktie US0326541051 0% 8,00%
Maxim Integrated Aktie US57772K1016 0% 7,00%
NXP Semiconductors NV Aktie NL0009538784 0% 6,00%
ON Semiconductor Corp Aktie US6821891057 0% 5,50%
STMicroelectronics NV Aktie NL0000226223 0% 5,50%

Indexentwicklung der letzten 12 Monate: 

+13,76%
Hinweis: Eine historische Wertentwicklung stellt keine Garantie für künftige Erträge dar. Insbesondere kann die künftige Entwicklung bei negativer Entwicklung der im Index enthaltenen Aktien auch negativ ausfallen.
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