Robotertechnik und Automatisierung gehören zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Weltwirtschaft. Seit Beginn dieses Jahrzehnts ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass sie nun im Automobilsektor durchgehend eingesetzt wird, während sie zuvor nur ein spezifisches Werkzeug mit beschränkten Anwendungsmöglichkeiten war.

Aktuell tritt die Robotertechnik in eine neue Wachstumsphase ein, da sie von der Automobilindustrie stark in andere Industriesektoren wie beispielsweise in die Elektrotechnik, die metallverarbeitende Industrie und die Chemie- und Kunststoffbranche vordringt. Zugleich stehen Haushaltsroboter kurz davor, massentauglich zu werden, da die Preise für selbststeuernde Staubsauger und Rasenmäher stark gesunken sind und diese nun nicht mehr einige Tausend, sondern nur noch wenige Hundert Euro kosten. Und in Japan ist mit persönlichen Robotern mittlerweile auch ein dritter Bereich äußerst populär.

Es scheint die Ironie des Schicksals zu sein, dass Wissenschaftler und Medien erst jetzt ernsthafte Bedenken äußern, dass Roboter Menschen ablösen könnten, während ein bestimmter Bereich in der industriellen Robotertechnik enorme Zuwächse verzeichnet. Es handelt sich um “Kobots”, so genannte kooperative Roboter, die auf eine sichere Interaktion mit Menschen ausgelegt sind und nicht etwa hinter Schranken agieren. Aufgrund der speziellen demografischen Herausforderungen, mit denen Japan zu kämpfen hat, nimmt das Land eine Spitzenposition in der Entwicklung von Robotern ein, die in der Versorgung von jungen und alten Menschen eingesetzt werden können.

Hier haben die USA mal nicht die Nase vorn

Interessanterweise ist die Robotertechnik eine Branche, in der die USA nicht weltweiter Marktführer sind. So hat die International Federation of Robotics (IFR) verkündet, dass in der Region Asien-Pazifik im vergangenen Jahr 900.000 Roboter im Einsatz waren. In Japan und China waren es jeweils über 250.000 Roboter. Also mehr als in ganz Nordamerika! Und Deutschland folgt mit nahezu der Hälfte der 400.000 in Europa eingesetzten Roboter bereits kurz dahinter. Die starken Positionen von Japan und Deutschland überraschen angesichts der höheren Lohnkosten nicht, während China sich offenbar bereits für den Schritt in diese Richtung rüstet. Die bereitgestellten Mittel für Forschung und Entwicklung im Bereich Robotertechnik betrugen in den USA im vergangenen Jahr nur eine Milliarde US-Dollar, während sie laut Credit Suisse in Europa doppelt so hoch waren.

Über 30 Prozent Wachstum pro Jahr

Der globale Markt für Robotertechnik und Automatisierung wird für das Jahr 2015 auf 64 Milliarden US-Dollar geschätzt. Grundlage für diese Berechnung ist eine weitgefasste Definition, die nicht nur Roboter für Industrie, Haushalt und persönliche Zwecke umfasst, sondern auch die Software und Services, die für den Support benötigt werden. Die Experten bei Myria Research gehen davon aus, dass der Markt bis 2025 1.200 Milliarden erreichen wird, was einer jährlichen Wachstumsrate von 34 Prozent entsprechen würde. Sollte dies tatsächlich geschehen, wären die Robotertechnik und Automatisierung  die wachstumsstärksten Segmente der Weltwirtschaft.

Ein rasantes Wachstum in diesem Sektor ist durchaus anzunehmen. Es gilt dabei, vier größere Bereiche zu unterscheiden:

  • Industrieroboter: Hier kann die Marktdurchdringung erheblich zunehmen. Zwei Beispiele: bislang wurden in Deutschland nur relativ wenige Roboter außerhalb des Automobilsektors zur Anwendung gebracht und China verzeichnet nur etwa 30 Prozent mehr als Deutschland, obwohl es viermal so viele Autos produziert.
  • Kobolds: Diese kollaborativen Industrieroboter arbeiten nicht hinter Sicherheitsschranken, sondern auf physischer Ebene gemeinsam mit Menschen, um die menschliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und Aufgaben auszuführen, die Roboter ansonsten nicht alleine bewältigen können.
  • Haushaltsroboter: Die Preise für die bereits vor längerer Zeit entwickelten Robotikgeräte wie Staubsauger und Rasenmäher sind so stark gefallen, dass sie nun für die breite Masse erschwinglich sind. Überdies kommen weitere Innovationen auf den Markt, angefangen von Geräten für die Reinigung von Grills, Swimmingpools und Katzentoiletten bis hin zu Kameradrohnen für Selfies und Robotern, die das Bügeln und sogar das Kochen übernehmen.
  • Persönliche Roboter: Die Entwicklung und der Vertrieb dieser Roboter ist vor allem in Japan sehr ausgeprägt, wo sie den Arbeitskräftemangel bei der Betreuung alter Menschen oder von Kindern kompensieren helfen. Auch die Entwicklung des Smartphones wurde in Japan für den einheimischen Markt früh vorangetrieben, wobei sein globales Potenzial von Japan nicht rechtzeitig ausgeschöpft wurde. Diesen Markt hat Apple dann später erobert. Auch persönliche Roboter haben zunächst nur zögerliche Verbreitung gefunden. Dies ändert sich jedoch gerade und das sich hier eröffnende Potenzial scheint enorm zu sein.

Fazit

Die Herstellung von Robotern erfordert ein enges Zusammenwirken von Hardware und Software, so dass die Information von Sensoren analysiert und in Befehle umgewandelt werden kann. Technologien wie Radar, Sonar und GPS wurden für die Entwicklung von Robotersensoren angepasst und mit Software verbunden. Elektromotoren steuern auf der Basis moderner Bewegungsanalysen Roboterarme. Das für Menschen so einfache Gehen ist für Roboter allerdings erstaunlich schwierig umzusetzen, was einer der Gründe dafür ist, dass sich nur wenige Roboter auf zwei Beinen fortbewegen.

Die Entstehung dieses Technologiebereichs wurde aufgrund der Gewinne möglich, die im großen Weltmarkt für industrielle Robotik erwirtschaftet werden. Die besonderen Gegebenheiten in Japan haben zeitgleich die Entwicklung persönlicher Roboter begünstigt. Diese Technologien sind nun für die rasante Entstehung neuer Produkte weit genug fortgeschritten, ob es sich um Kobots in der Industrie oder um Roboter für den privaten Bereich handelt. Ein weiterer Impuls kann sich dadurch ergeben, dass Industrieroboter sich auch außerhalb der Automobilherstellung und persönliche Roboter außerhalb Japans verbreiten. Hier lässt sich ein eindeutiger Anlagetrend beobachten!

Valerie Plagnol

„Ich gebe meine Stimme an die Robotertechnik. Wir starten hier in ein neues Zeitalter, eine neue Generation von Robotern und in neue Märkte mit aktuell attraktiven Bewertungen.“

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