Unser Leben steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die Digitalisierung hält in nahezu alle Bereiche Einzug. Roboter werden schon jetzt massenhaft in der Industrie eingesetzt und können vieles effizienter, also: schneller und billiger. Aber sie erobern auch mehr und mehr die privaten Haushalte. Rasen mähen und Staub saugen sind da nur der kleine Anfang eines Trends, der nicht mehr aufzuhalten ist und damit auch für Investoren interessant sein dürfte.

Die Roboter-Dame Sophia wurde von der Firma „Hanson Robotics“ aus Hong Kong entwickelt und soll nach den Vorstellungen des Unternehmens zukünftig im Kundenservice, zu therapeutischen Zwecken und zur Pflege von kranken und älteren Menschen eingesetzt werden. Ein großes Thema, da die zunehmende Alterung der Gesellschaft dazu führt, dass sich die Zahl der über 60-jährigen bis zum Jahr 2050 auf mehr als zwei Milliarden mehr als verdoppeln wird. Kein Wunder deshalb, dass gerade Asien, allen voran das schnell alternde Japan den Einsatz von Robotern im privaten Haushalt oder in der Pflege vorantreibt. Schon jetzt haben in diesem Bereich mal nicht die USA die Nase vorn, sondern China und Japan zusammen leisten sie knapp 70 Prozent aller weltweiten Ausgaben im Geschäft mit Robotern. China auch deshalb, um den dramatischen Anstieg der Löhne zu kompensieren, um so weiter die größte, weil auch billige Werkbank der Welt zu bleiben.

Den Anfang machte die Automobilindustrie, die Roboter am Fließband ihre Fahrzeuge zusammenschrauben lässt. Nun aber drängen die intelligenten Maschinen auch in andere Industriesektoren vor, in die Elektrotechnik, die metallverarbeitende Industrie und die Chemie- und Kunststoffbranche. Wurden Roboter im Jahr 2015 in nur 15 Prozent der Produktion eingesetzt, soll diese Durchdringung im Jahr 2025 in vielen Sektoren eine Rate von 45 Prozent erreichen. Ein Grund dafür sind fallende Kosten für Roboter. Sie sind im vergangenen Jahrzehnt um 27 Prozent gesunken, weitere 22 Prozent Preisrückgang werden bis 2025 erwartet. Allein der Markt für den Einsatz von Robotern in automatisierten Prozessen soll nach Schätzungen der Bank of America von 2017 bis 2022 um jährlich rund 30 Prozent auf dann 2,46 Milliarden US-Dollar wachsen.

Das Team aus Mensch und Maschine

Zugleich stehen Haushaltsroboter kurz davor, massentauglich zu werden, da die Preise für selbststeuernde Staubsauger und Rasenmäher stark gefallen sind und nun nicht mehr einige Tausend, sondern nur noch wenige Hundert Euro kosten. Zudem kommen weitere Innovationen auf den Markt, angefangen von Geräten für die Reinigung von Grills, Swimmingpools und Katzentoiletten bis hin zu Kameradrohnen und Robotern, die das Bügeln und sogar das Kochen übernehmen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Wissenschaftler und Medien ernsthafte Bedenken äußern, dass Roboter in zunehmendem Maße menschliche Arbeiten übernehmen und somit zu höherer Arbeitslosigkeit führen könnten. Diese Entwicklung hat in einigen Branchen bereits begonnen. Gleichzeitig aber verzeichnet ein bestimmter Bereich in der industriellen Robotertechnik enorme Zuwächse. Bei der neuesten Generation industrieller Roboter handelt es sich um “Kobots”, so genannte kollaborative Roboter, die nicht hinter Sicherheitsschranken oder in irgendwelchen Käfigen agieren. Sie arbeiten gemeinsam mit Menschen zum Beispiel auf der Produktionsstraße, um deren Leistungsfähigkeit zu verbessern. Oder sie führen Aufgaben aus, die sie ohne den Menschen nicht bewältigen können. Integrierte Bildverarbeitungssysteme und eine fortschrittliche Software statten die Kobots mit einem ausgezeichneten Situationsbewusstsein aus. Darin liegt großes Potenzial für die Zukunft.

“Künstliche Intelligenz hat das Potenzial den Fortschritt hin zu einem würdevollen Leben in Frieden und Wohlstand für alle Menschen zu beschleunigen. Die Zeit ist für uns alle gekommen – Regierungen, Industrie und Zivilgesellschaft – in der wir abwägen müssen, wie künstliche Intelligenz unsere Zukunft beeinflussen wird“, das waren die Worte des UN-Generalsekretärs António Guterres in einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Kongresses. Es gibt also Chancen und Risiken beim Einsatz von Robotern – genau wie bei einem Zeitgeist-Investment.

Robert Ruttmann

Die Kombination aus schnellerer Rechenleistung und Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz hat die Robotertechnik auf ein neues Niveau gehoben. Dennoch steckt das Thema noch in den Kinderschuhen. Wenn die Kosten fallen und Netze ausgebaut und schneller werden, kann der Sektor vier Mal so stark wachsen wie die Weltwirtschaft.

Giles Keating

Den Zeitgeist haben wir bereits im September 2016 vorgestellt. Seitdem hat sich die Robotertechnik-Branche weit besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Viel Kapital wurde investiert. Die Branche ist also nicht mehr ganz so attraktiv, aber ich meine, sie hat noch viel Wachstumspotenzial.

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