Zeitgeists im Überblick

Indien

Wirtschaftswunder 2.0

„Incredible India“ lautet der Slogan, der Touristen nach Indien locken soll. Unglaubliches Indien und die Hochglanzbilder schneebedeckter Berge, exotischer Paläste und sonnendurchglühter Strände unter Palmen. Die Vision eines „Incredible India“ war es auch, die Investoren am Subkontinent reizte. Eine wachsende und qualifizierte Bevölkerung, englischsprachig und Computer-affin – allein mit diesen Faktoren musste das Land im globalen Wettbewerb punkten können. Doch lange blieb das alles nur ein Versprechen, versandet irgendwo zwischen politischen Ineffizienzen und dem übermächtigen Rivalen China. Doch etwas hat sich verändert, Indien könnte tatsächlich „incredible“ werden.

Zinswende

Richtungswechsel nach 5.000 Jahren

Das Mantra der Zentralbanker? Um die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, müssen die Leitzinsen niedrig sein. So hört man es seit Jahren aus den USA, aus Europa oder aus Japan. Doch ganz behutsam werden Zwischentöne in dieses Mantra eingewoben. Anleihe-Investoren müssen daher genau hinhören. Doch von Anfang an.

Fahren ohne Fahrer

Pendeln deluxe – Einsteigen, abfahren, abschalten

Gewaltige Heckflossen und blinkender Chrom-Zierrat – bereits in den 50er Jahren träumte man davon, sich einfach ins Auto setzen zu und ans Ziel bringen zu lassen. Ohne Kartenstudium, ohne stete Konzentration auf den Straßenverkehr. Damals war es eine Vision. Und heute? Ein offenbar realistisches Ziel. Eine Reise, bei der auch Investoren mit von der Partie sein können.

E-Health

Per iPhone zum iDoktor

Das nächste Arztgespräch per E-Mail oder via Skype? Davon sind Deutschlands Patienten weit entfernt: Erst der Anruf, dann der Kalendereintrag, dann das Wartezimmer. Und erst dann das Gespräch. Dabei sind viele Länder technologisch bereits so weit entwickelt, dass es auch anders ginge. Und Investoren reißen sich um jene Unternehmen, die so eine medizinische Betreuung 2.0 ermöglichen.

Grüne Rendite

Im Dienst von Anleger und Umwelt

Überschwemmungen, Dürre, Tsunamis, die Erhebung der Munich Re zählt sie alle zusammen und addiert die Naturkatastrophen fein säuberlich auf. Und kommt zu der Erkenntnis, dass sich die Anzahl der „Schadensereignisse“ zwischen 1980 und 2015 nahezu vervierfacht hat. Dabei geht es nicht um einzelne Ausreißer, die die Statistik prägen. Nein, die Zahlen steigen stetig an, notierte das Versicherungshaus im März 2016. Vordergründig ist hier zwar die Politik gefordert zu handeln, um zum Beispiel die diesem Trend zugrundeliegende Erderwärmung durch internationale Verträge und Abreden zu bremsen. Gefragt sind aber auch die Unternehmen, deren Produktionsprozesse zur Klimaerwärmung beitragen. Und je mehr sie dabei umdenken, umso besser auch für deren Investoren. Ein Zusammenhang, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Grüne Pioniere

Gutes tun und gut verdienen

Elon Musk ist in Unternehmerkreisen so etwas wie eine schillernde Gestalt. Immerhin hat der zumeist leger gekleidete Unternehmer die Elektro-Automarke Tesla aus dem scheinbaren Nichts erschaffen, investiert mit SolarCity Milliarden in die erneuerbaren Energien. Und spricht laut und vernehmlich darüber. Damit liefert er nicht nur Schlagzeilen für die Presse, sondern auch einen Denkanstoß für Investoren. Denn Musk zeigt, dass Ökonomie und Ökologie gleichermaßen florieren können. Dass sich mit „Sustainability“ Geld verdienen lässt. Damit rutscht das Thema immer weiter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dabei klang das anfangs noch ganz anders.

Gold

Sicherheit mit Tradition

Als der Goldpreis im September 2011 sein vorläufiges Hoch erreichte, sprach sich die Investorengemeinde fast unisono für eine Fortsetzung der Rally aus. Nun, 700 US-Dollar tiefer, wurde der Abgesang auf Gold angestimmt. „Gold fällt unter 1.000 US-Dollar“ – Investmenthäuser und Rohstoff-Experten haben zu diesem Thema ihren Konsens gefunden. Was der wert ist, wird sich zeigen. Ausgeschlossen ist nichts, denn der Goldpreis kann kurzfristig sehr stark schwanken. 2014 fiel der Preis innerhalb von nur wenigen Wochen um mehr als 20 Prozent. Langfristig allerdings kann Gold die gewünschte Diversifikation in ein Portfolio bringen, da es sich oft anders verhält als andere Geldanlagen wie Aktien und Anleihen.

3D-Druck

Frisch aus der Presse

Ist von Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0 die Rede, kommt man an einer Technologie längst nicht mehr vorbei, dem 3D-Druck. Die Hersteller der neuen Drucker-Generation sehen sich immer neuen Anwendungsmöglichkeiten gegenüber, was der Branche ein hohes Wachstum verspricht. Die Aktien der Unternehmen aber erlebten in den vergangenen Jahren eine wahre Achterbahnfahrt. Gerade deshalb bietet sich mit Blick auf Chancen und Risiken nun ein günstiger Einstiegszeitpunkt.

Biotechnologie

Sieben Milliarden Medikamente

Die Biotechnologie wird bis 2020 und darüber hinaus der entscheidende Trend sein. Man sollte daher in einen Fonds investieren, der viele Unternehmen im Portfolio vereint, die im Hinblick auf die Schlüsseltechnologien bereits große Fortschritte erzielt haben.

Batterien

Die Renaissance

„Die Fabrik ist die Maschine, die die Maschine baut”, sagt Elon Musk. Der CEO von Tesla Motors spricht über seine neue Gigafactory, eine riesige Batteriefabrik, die gerade in der Wüste von Nevada gebaut wird. Tesla hat lange Zeit Lithium-Ionen-Batterien aus Asien importiert. Um jedoch das Produktionsziel von 500.000 Autos im Jahr zu erreichen, müssen die Batterien in größerer Nähe zum eigenen Standort hergestellt werden. „Tesla benötigt für sich allein jetzt schon die weltweite Gesamtproduktion von Lithium-Ionen-Batterien,“ lässt das Unternehmen verlautbaren. Das griechische Wort „Giga“ für Milliarden spielt für Tesla in vielerlei Hinsicht eine Rolle. Dazu gehört auch die geplante Batterieproduktionskapazität von 35 Gigawattstunden in der Gigafactory.

Robotertechnik

Ohne Herz, aber mit Verstand

Robotertechnik und Automatisierung gehören zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Weltwirtschaft. Seit Beginn dieses Jahrzehnts ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass sie nun im Automobilsektor durchgehend eingesetzt wird, während sie zuvor nur ein spezifisches Werkzeug mit beschränkten Anwendungsmöglichkeiten war.

Anleihen aus Schwellenländern

Besser als gar keine Zinsen

Anleihen aus Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Mexiko und anderen Ländern sind gerade sehr „gefragt“ unter Investoren. Sie bieten eine recht attraktive Rendite, meistens 5 bis 6 Prozent oder sogar mehr, was auch im Verhältnis zum Risiko durchaus vernünftig ist, vor allem in Zeiten, in denen die Zinsen gegen null tendieren.

Welche Risiken sind jedoch außer den Zinsrisiken zu bedenken? Es besteht kein direktes Währungsrisiko, denn diese im Trend liegenden Investitionen lauten auf Euro (oder sind abgesichert) und nicht auf die lokale Währung des ausgebenden Landes. Dafür gibt es ein Kreditrisiko. Vor weniger als zehn Jahren konnte Argentinien beispielsweise seine Anleihen nicht bedienen und nur einen Bruchteil ihres Wertes zurückzahlen. In diesem Zusammenhang hat das Land gerade einen komplizierten Rechtsstreit beigelegt. Mit Venezuela könnte das nächste Land nun bald zahlungsunfähig sein. Aber auch wenn ein Land nicht ausfällt, kann der Preis seiner Anleihen schon erheblich fallen, wenn Investoren ängstlich sind. Dies ist vor ein paar Jahren zum Beispiel in Russland passiert, auch wenn die Preise später größtenteils den verlorenen Boden wieder gut machen konnten.

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